Eine Wohnung komplett neu einzurichten ist ein enormer Kraftakt. Einerseits kostet es viel Geld und andererseits auch sehr viel Anstrengung, Schweiß und Mühe, doch viele Menschen sind dennoch der Meinung, dass es viel Spaß macht, eine Wohnung neu zu möblieren.Derzeit muss meine Schwester ihre neue Wohnung ausstatten und einrichten und ich muss ehrlich sagen, ich bin sehr froh, dass ich nicht an ihrer Stelle bin, denn ich blicke mit Grauen auf meine eigenen Einrichtungserfahrungen zurück.
Vor etwa drei Jahren habe ich meine erste eigene Wohnung eingerichtet. Zunächst mussten hunderte Farbschichten abgetragen, die hässlichen Fliesen aus den 60er Jahren von der Wand gehämmert und die furchtbare Küche heraus gerissen werden. Ich gebe zu, diese Aufgaben machten mir schon ein bißchen Spaß, denn ich liebe es, Dinge kaputt zu machen, doch danach ging es mit der Arbeit erst richtig los. Es folgten stundenlange Shoppingtouren, die mir wie endlose Wanderungen in der Wüste, ohne Wasser, vorkamen. Ich hasse Einrichtungshäuser.
Als dann endlich sämtliche Einrichtungsgegenstände vorhanden waren, mussten diese Ungetüme auch noch in den dritten Stock geschleppt werden, denn der Lift wurde gottlob erst ein Jahr später eingebaut. Danach kam der Spitzenreiter der Hitliste der ungeliebtesten Tätigkeiten: Möbel zusammenschrauben, eine Tätigkeit, die einen sehr nahe an den Rand der Verzweiflung bringen kann.
Nachdem das alles geschafft ist, kann ich nun endlich glücklich in meiner Wohnung leben und muss nie wieder ein Möbelhaus von innen sehen, aber halt, stimmt ja gar nicht, am Samstag gehe ich mit meiner Schwester Möbel kaufen. Man entkommt seinen Dämonen doch nie.
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