Manchmal erreicht man einen Punkt im Leben, an dem man sich verändern möchte, weil man mit der derzeitigen Situation einfach nicht mehr zufrieden ist. An einem solchen Wendepunkt angelangt, habe ich meist ein großes Verlangen, nach einer gründlichen Reinigung meiner Wohnung.
Wahrscheinlich hängt es damit zusammen, dass man am liebsten die Punkte, die einem am eigenen Leben stören, wegfegen möchte, dass sich das Bedürfnis nach Sauberkeit steigert, aber ganz egal woher diese Motivation kommt, eine große Putzaktion ist in jedem Fall etwas tolles.
Als mich nach einer Woche weihnachtlicher Völlerei und fröhlichem Nichtstun die Putzwut gepackt hat, attackierte ich natürlich sofort die Küche, denn neben dem Badezimmer ist die Küche der Ort, den ich am häufigsten frequentiere. Ich koche nahezu täglich und lade gerne Freunde und Verwandte zum gemütlichen Dinieren ein, was natürlich Spuren hinterlässt. Doch bei diesem Küchenputz musste ich Spuren entdecken, die ich lieber nicht zu Gesicht bekommen hätte.
Neben Spinnweben auf den Kästen und dicken, klebrigen Staubschichten, oben auf dem Geschirrschrank und meiner Küchenlampe, fand ich auch noch Reste der letzten Ausmal-Aktion und Spuren meiner Vormieterin, in den letzten Winkeln meines Abwasch-Unterschrankes.
Nach einem Tag der Schinderei und des Ekels stellte sich aber ein befriedigendes Gefühl der Veränderung ein und jedesmal wenn ich nun die Küche in ihrem strahlenden Glanz betrete, lächle ich selig und klopfe mir selber auf die Schulter.
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